© 2016/17 - Bürgerinitiative Klein Leuthen bewahren
KLEIN LEUTHEN BEWAHREN

Chronologie

1968

24. April 1968: Mit Beschluss Nr. 03-2/68 des Rates des Bezirks Cottbus wird das Landschaftsschutzgebiet Groß Leuthener See / Dollgensee eingerichtet. Das Schutzgebiet ist von nun an für die Erholung freizuhalten und darf nicht für Nutzungen in Anspruch genommen werden, die auf einen beschränkten Personenkreis zugeschnitten sind und zu einer Veränderung des Charakters der Landschaft führen würden.

1993

Der Landkreis Dahme-Spreewald lässt einen Pflege- und Entwicklungsplan für das Landschaftsschutzgebiet erarbeiten. Dieser betont dessen besonderen Wert und unterbreitet Vorschläge, wie die beiden Hauptaufgaben des Schutzgebiets - Naturschutz und Erholung - jeweils gestärkt und noch besser aufeinander abgestimmt werden könnten. Neubauten werden nicht zugelassen.

2012

April 2012: Bürgerinnen und Bürger Klein Leuthens erfahren durch Zufall, das in unmittelbarer Ortsnähe und inmitten des Landschaftsschutzgebiets ein Rinderstall gebaut werden soll. Juni 2012: Gründung einer Interessengemeinschaft kritischer Bürgerinnen und Bürger, die sich wenig später als Bürgerinitiative “Klein Leuthen bewahren!” etabliert. Gesprächsangebote an den Investor werden von diesem ignoriert. Juni 2012: Gespräche mit dem Landkreises Dahme-Spreewald, mit dem Bürgermeister der Gemeinde Märkische Heide und mit Gemeindevertreter/innen. 31. Juli 2012: Beginn der Unterschriftenaktion “Klein Leuthen bewahren!” 30. August 2012: Erste Aussprache zum Projekt im Bauausschuss der Gemeinde Märkische Heide. Es wird klar, dass der Investor für den Bauantrag noch  weitere Unterlagen einreichen muss. September 2012: Zum Ende der Unterschriftenaktion liegen 343 Unterschriften gegen das Stallprojekt, bzw. für dessen Verschiebung auf einen Standort außerhalb des Landschaftsschutzgebietes vor, 22 davon aus Klein Leuthen, 162 weitere aus der Gemeinde Märkische Heide und dem Landkreis Dahme-Spreewald. Damit ist belegt, dass die Bürgerinitiative von der Mehrheit der Grundstückseigentümer/innen in Klein Leuthen unterstützt wird. 25. September 2012: Die Bürgerinitiative “Klein Leuthen bewahren!” stellt ihre Argumente, die gegen den Bau eines Rinderstalls im Landschaftsschutzgebiet sprechen, in der Gemeindevertreterversammlung der Gemeinde Märkische Heide vor. Der GVV-Vorsitzende bekräftigt, dass sich die Gemeinde aktiv für den Umweltschutz einsetzen werde. 25. Oktober 2012: Die Lausitzer Rundschau berichtet erstmals über das Rinderstall-Projekt in Klein Leuthen. Sie präsentiert die Bedenken der Bürgerinitiative, aber auch die ablehnende Haltung des Investors, der sich öffentlich von seiner Mutter vertretenen lässt. Diese bietet an: “Wenn die Bürgerinitiative noch lange Stunk macht, erweitern wir unseren Stall im Dorf.” 1. November 2012: In Groß Leuthen findet auf Einladung des Ortsbeirats eine Bürgerversammlung statt. Weder der Investor noch ein Vertreter seines Planungsbüros nehmen teil. Die Interessen des Investors werden von seiner Schwester wahrgenommen. Nach einem Austausch der Argumente bietet der Bürgermeister der Gemeinde Märkische Heide an, sich intensiv für die Verschiebung des Stallprojekts an einen Alternativstandort außerhalb des Landschaftsschutzgebiets einzusetzen, den der Investor ggf. über einen Grundstückstausch erwerben könne. 6. November 2012: Die Lausitzer Rundschau berichtet über den Versuch der Gemeinde Märkische Heide, einen alternativen Standort für den Rinderstall zu finden. Klar positioniert sich der Bürgermeister gegen einen Stallneubau im Landschaftsschutzgebiet. 11. Dezember 2012: Die Gemeindevertreter der Gemeinde Märkische Heide versagen dem Bauantrag das gemeindliche Einvernehmen. In der Diskussion wird klar, dass es einen Alternativstandort außerhalb des Schutzgebiets gibt, der dem Investor bereits zu 50 Prozent gehört. Die Miteigentümerin hat ihre Bereitschaft signalisiert, ihren Eigentumsanteil abzutreten, sodass die Fläche kurzfristig für das Bauprojekt zur Verfügung stehen könnte. 20. Dezember 2012: Die Lausitzer Rundschau berichtet, dass die vom Bürgermeister begleitete Suche nach einem Alternativstandort gescheitert und der Bauantrag vom Gemeinderat abgelehnt worden sei.

2013

April 2013: Das zuständige Planungsbüro des Investors legt ergänzende Unterlagen zum Projekt, insbesondere zu Fragen der Geruchsemission und der Ammoniakbelastung, vor. 27. Mai 2013: Der Ortsbeirat Groß Leuthen bestätigt seine kritische Haltung zum Bauprojekt. 28. Mai 2013: Ein Vertreter des für das Bauvorhaben verantwortlichen Planungsbüros räumt vor dem Bauausschuss der Gemeinde Märkische Heide auf Nachfrage ein, dass in den zurückliegenden zwei Jahren keine Gespräche in Bezug auf das Alternativgrundstück geführt wurden, das bereits zur Hälfte im Eigentum des Investors steht. Der Bauausschuss empfiehlt, den Bauantrag abzulehnen. 11. Juni 2013: In der Gemeindevertreterversammlung wird sehr emotional über das Stallprojekt diskutiert. Erstmals ist auch der Investor anwesend, lässt aber wieder seine Mutter für sich sprechen. Diese greift die Bürgerinitiative scharf an und lehnt eine Verschiebung des Bauprojekts an einen anderen Ort entschieden ab. Mit Nachdruck setzt sich die in der Gemeinde ansässige Landtagsabgeordnete Sylvia Lehmann (SPD) dafür ein, dass der Rinderstall im Landschaftsschutzgebiet gebaut werden darf. Eine Genehmigung müsse erfolgen, weil dem Investor ansonsten Fördergelder verloren gingen, so Lehmann. Die Bürgerinitiative verweist auf das generelle Bauverbot im Landschaftsschutzgebiet und macht deutlich, dass die mögliche Gewährung von Fördergeldern geltendes Recht nicht außer Kraft setzen dürfe. Nach einer Unterbrechung stimmen die Gemeindevertreter mehrheitlich - und damit zum zweiten Mal - für eine Verweigerung des gemeindlichen Einvernehmens. 13. Juni 2013: Die Lausitzer Rundschau berichtet über die turbulente Gemeinderatssitzung am 11. Juni. Beschrieben wird insbesondere, wie die Landtagsabgeordnete Sylvia Lehmann (SPD) versucht hat, die Entscheidungsfindung zu beeinflussen, und welche Gefahren der Rinderstall für das Ferien- und Freizeitzentrum in Klein Leuthen birgt. 24. Juni 2013: Der Landkreis Dahme-Spreewald hat sich entschlossen, das gemeindliche Einvernehmen zu ersetzen und leitet das dafür gesetzlich vorgeschriebene Anhörungsverfahren ein. Die Gemeinde wird aufgefordert, ihre ablehnenden Beschlüsse zu revidieren. 25. Juli 2013: Die Gemeindevertreter der Gemeinde Märkische Heide beschließen auf einer Sondersitzung, dem Bauantrag zum Rinderstall auch im Rahmen der Anhörung das gemeindliche Einvernehmen zu verweigern. Dies ist die dritte Ablehnung im Gemeinderat. 5. August 2013: Der Landkreis Dahme-Spreewald genehmigt trotz aller Widerstände den Bau des Rinderstalls im Landschaftsschutzgebiet und ersetzt dabei das zuvor verweigerte gemeindliche Einvernehmen. 8. August 2013: Die Lausitzer Rundschau thematisiert eine mögliche politische Einflussnahme auf das Genehmigungsverfahren durch den Landkreis Dahme-Spreewald und die Landtagsabgeordnete Sylvia Lehmann (SPD). 10. September 2013: Die Gemeindevertretung Märkische Heide beschließt, gegen die vom Landkreis ausgereichte Baugenehmigung für den Rinderstall und die darin enthaltene Ersetzung des gemeindlichen Einvernehmens Widerspruch einzulegen. Dies ist der vierte Versuch der Gemeinde, ihre Interessen in der Sache durchzusetzen. Auch Anwohner Klein Leuthens und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Brandenburg  (BUND) legen Widersprüche ein. 14. September 2013: Die Lausitzer Rundschau berichtet über den Widerspruch der Gemeinde Märkische Heide gegen die Baugenehmigung. Zugleich stellt sie ausführlich die Position des Landkreises und anderer Stallbefürworter dar. Der Vizepräsident des Landesbauernverbandes, Heiko Terno, wird dabei mit dem Argument zitiert: "Nur dort, wo Kühe auf der Wiese stehen, kann man den Tourist auch melken!"

2014

Februar 2014: Trotz laufender Widerspruchsverfahren hebt der Investor inmitten des Landschaftsschutzgebiets die Baugrube für den Rinderstall aus. Wie stark dies bereits in das Landschaftsschutzgebiet eingreift, sieht man hier. Die zuständigen Ämter greifen nicht ein. April 2014: Die Widersprüche der Gemeinde, von Mitgliedern der Bürgerinitiative  und des BUND werden vom Landkreis zurückgewiesen. 29. April 2014: Die Gemeindevertreter der Gemeinde Märkische Heide kommen überein, keine Klage gegen die Baugenehmigung einzureichen. 8. Mai 2014: Die Lausitzer Rundschau berichtet über den Beschluss der Gemeinde Märkische Heide. Juli 2014: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Brandenburg (BUND), reicht als Träger öffentlicher Interessen Klage gegen die Baugenehmigung beim Verwaltungsgericht Cottbus ein. 20. Juli 2014: Erster Dorfkaffeeklatsch der Bürgerinitiative auf dem Anger in Klein Leuthen. 17. Oktober 2014: Das Verwaltungsgericht Cottbus folgt dem Antrag des BUND und beschließt einen Baustopp für das strittige Projekt im Landschaftsschutzgebiet. Bereits nach summarischer Prüfung der vorgelegten Argumente und Belege kam das Gericht zu dem Schluss, dass die Klage des BUND im Hauptverfahren voraussichtlich erfolgreich sein werde. 22. Oktober 2014: Der BUND begrüßt mit einer Pressemitteilung die Entscheidung des Verwaltungsgerichts. 23. Oktober 2014: Die Lausitzer Rundschau berichtet über den Baustopp. 29. Oktober 2014: Der Landrat des Landkreises Dahme-Spreewald informiert den Kreistag über seine Entscheidung, gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts Cottbus Beschwerde einzulegen. Die Aktivitäten der Bürgerinitiative werden dabei verzerrend protokolliert.

2015

26. Mai 2015: Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bestätigt den Beschluss des Verwaltungsgerichts Cottbus und verfügt unanfechtbar einen Baustopp für den Rinderstall bis zum Abschluss des Hauptverfahrens. 16. Juni 2015: Der BUND stellt den Beschluss des Oberverwaltungsgerichts in einer Pressemitteilung dar. 17. Juni 2015: Die Lausitzer Rundschau berichtet unter dem Titel “Umweltschützer stoppen Rinderstall im Schutzgebiet” über den Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg. 1. August 2015: Die Lausitzer Rundschau meldet, dass der Landkreis Dahme-Spreewald in Abstimmung mit dem Bauherrn die Baugenehmigung zurückziehen werde. Ein Jahr später wird sich der Landkreis an diese Aussage nicht mehr gebunden fühlen… 9. Oktober 2015: Die Bauernzeitung berichtet über den Fall und gibt dabei vermeintliche Positionen der Bürgerinitiative wieder, ohne ein Gespräch mit ihr geführt zu haben. 17. Juli 2015: Der Ortsbeirat Groß-Leuthen billigt das Konzept der Bürgerinitiative zur Verschönerung des Dorfangers in Klein Leuthen. 23. August 2015: Zweiter Dorfkaffeeklatsch der Bürgerinitiative auf dem Anger in Klein Leuthen. August 2015: Der Investor errichtet eine bis zu 3,5 Meter hohe Mauer aus Silage- und Heuballen und friedet damit unmittelbar neben dem geplanten Standort des Rinderstalls eine 1 ha große Grünlandfläche inmitten des Landschaftsschutzgebiets ein. Auf dieser Fläche werden ab November 2015 Rinder gehalten, es ist eine Art “Offenstall” entstanden. Obwohl auch dieser “Ersatzstall” im Landschaftsschutzgebiet nach Ansicht der Bürgerinitiative gegen geltendes Bau- und Naturschutzrecht verstößt, greifen die Aufsichtsbehörden nicht ein.

2016

1. April 2016: Die Lausitzer Rundschau berichtet neuerlich über den Streit um den Rinderstall im Landschaftsschutzgebiet. Sie thematisiert die Verschandelung des Ortsbild durch den aus Silageballen errichteten “Offenstall” und veröffentlicht die Entscheidung  des Landkreises Dahme- Spreewald, entgegen der eigenen Ankündigung vom August 2015, nach der die Baugenehmigung für den Rinderstall zurückgezogen werden sollte, nun doch weiter an dem Projekt festzuhalten und vor Gericht für die Interessen des Investors zu streiten. m 2. Juli 2016 haben Mitglieder der Bürgerinitiative am Groß-Leuthener Strandfestlauf teilgenommen. Auf der Kurzstrecke (6,5 km) belegten unsere Damen die ersten drei Plätze! Am 24. Juli 2016 fand zum dritten Mal auf Einladung der Bürgerinitiative “Klein Leuthen bewahren!” der Dorfkaffeklatsch statt. Es war wie immer wunderbar!
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KLEIN LEUTHEN BEWAHREN

Chronologie

1968

24. April 1968: Mit Beschluss Nr. 03-2/68 des Rates des Bezirks Cottbus wird das Landschaftsschutzgebiet Groß Leuthener See / Dollgensee eingerichtet. Das Schutzgebiet ist von nun an für die Erholung freizuhalten und darf nicht für Nutzungen in Anspruch genommen werden, die auf einen beschränkten Personenkreis zugeschnitten sind und zu einer Veränderung des Charakters der Landschaft führen würden.

1993

Der Landkreis Dahme-Spreewald lässt einen Pflege- und Entwicklungsplan für das Landschaftsschutzgebiet erarbeiten. Dieser betont dessen besonderen Wert und unterbreitet Vorschläge, wie die beiden Hauptaufgaben des Schutzgebiets - Naturschutz und Erholung - jeweils gestärkt und noch besser aufeinander abgestimmt werden könnten. Neubauten werden nicht zugelassen.

2012

April 2012: Bürgerinnen und Bürger Klein Leuthens erfahren durch Zufall, das in unmittelbarer Ortsnähe und inmitten des Landschaftsschutzgebiets ein Rinderstall gebaut werden soll. Juni 2012: Gründung einer Interessengemeinschaft kritischer Bürgerinnen und Bürger, die sich wenig später als Bürgerinitiative “Klein Leuthen bewahren!” etabliert. Gesprächsangebote an den Investor werden von diesem ignoriert. Juni 2012: Gespräche mit dem Landkreises Dahme- Spreewald, mit dem Bürgermeister der Gemeinde Märkische Heide und mit Gemeindevertreter/innen. 31. Juli 2012: Beginn der Unterschriftenaktion “Klein Leuthen bewahren!” 30. August 2012: Erste Aussprache zum Projekt im Bauausschuss der Gemeinde Märkische Heide. Es wird klar, dass der Investor für den Bauantrag noch  weitere Unterlagen einreichen muss. September 2012: Zum Ende der Unterschriftenaktion liegen 343 Unterschriften gegen das Stallprojekt, bzw. für dessen Verschiebung auf einen Standort außerhalb des Landschaftsschutzgebietes vor, 22 davon aus Klein Leuthen, 162 weitere aus der Gemeinde Märkische Heide und dem Landkreis Dahme-Spreewald. Damit ist belegt, dass die Bürgerinitiative von der Mehrheit der Grundstückseigentümer/innen in Klein Leuthen unterstützt wird. 25. September 2012: Die Bürgerinitiative “Klein Leuthen bewahren!” stellt ihre Argumente, die gegen den Bau eines Rinderstalls im Landschaftsschutzgebiet sprechen, in der Gemeindevertreterversammlung der Gemeinde Märkische Heide vor. Der GVV-Vorsitzende bekräftigt, dass sich die Gemeinde aktiv für den Umweltschutz einsetzen werde. 25. Oktober 2012: Die Lausitzer Rundschau berichtet erstmals über das Rinderstall-Projekt in Klein Leuthen. Sie präsentiert die Bedenken der Bürgerinitiative, aber auch die ablehnende Haltung des Investors, der sich öffentlich von seiner Mutter vertretenen lässt. Diese bietet an: “Wenn die Bürgerinitiative noch lange Stunk macht, erweitern wir unseren Stall im Dorf.” 1. November 2012: In Groß Leuthen findet auf Einladung des Ortsbeirats eine Bürgerversammlung statt. Weder der Investor noch ein Vertreter seines Planungsbüros nehmen teil. Die Interessen des Investors werden von seiner Schwester wahrgenommen. Nach einem Austausch der Argumente bietet der Bürgermeister der Gemeinde Märkische Heide an, sich intensiv für die Verschiebung des Stallprojekts an einen Alternativstandort außerhalb des Landschaftsschutzgebiets einzusetzen, den der Investor ggf. über einen Grundstückstausch erwerben könne. 6. November 2012: Die Lausitzer Rundschau berichtet über den Versuch der Gemeinde Märkische Heide, einen alternativen Standort für den Rinderstall zu finden. Klar positioniert sich der Bürgermeister gegen einen Stallneubau im Landschaftsschutzgebiet. 11. Dezember 2012: Die Gemeindevertreter der Gemeinde Märkische Heide versagen dem Bauantrag das gemeindliche Einvernehmen. In der Diskussion wird klar, dass es einen Alternativstandort außerhalb des Schutzgebiets gibt, der dem Investor bereits zu 50 Prozent gehört. Die Miteigentümerin hat ihre Bereitschaft signalisiert, ihren Eigentumsanteil abzutreten, sodass die Fläche kurzfristig für das Bauprojekt zur Verfügung stehen könnte. 20. Dezember 2012: Die Lausitzer Rundschau berichtet, dass die vom Bürgermeister begleitete Suche nach einem Alternativstandort gescheitert und der Bauantrag vom Gemeinderat abgelehnt worden sei.

2013

April 2013: Das zuständige Planungsbüro des Investors legt ergänzende Unterlagen zum Projekt, insbesondere zu Fragen der Geruchsemission und der Ammoniakbelastung, vor. 27. Mai 2013: Der Ortsbeirat Groß Leuthen bestätigt seine kritische Haltung zum Bauprojekt. 28. Mai 2013: Ein Vertreter des für das Bauvorhaben verantwortlichen Planungsbüros räumt vor dem Bauausschuss der Gemeinde Märkische Heide auf Nachfrage ein, dass in den zurückliegenden zwei Jahren keine Gespräche in Bezug auf das Alternativgrundstück geführt wurden, das bereits zur Hälfte im Eigentum des Investors steht. Der Bauausschuss empfiehlt, den Bauantrag abzulehnen. 11. Juni 2013: In der Gemeindevertreterversammlung wird sehr emotional über das Stallprojekt diskutiert. Erstmals ist auch der Investor anwesend, lässt aber wieder seine Mutter für sich sprechen. Diese greift die Bürgerinitiative scharf an und lehnt eine Verschiebung des Bauprojekts an einen anderen Ort entschieden ab. Mit Nachdruck setzt sich die in der Gemeinde ansässige Landtagsabgeordnete Sylvia Lehmann (SPD) dafür ein, dass der Rinderstall im Landschaftsschutzgebiet gebaut werden darf. Eine Genehmigung müsse erfolgen, weil dem Investor ansonsten Fördergelder verloren gingen, so Lehmann. Die Bürgerinitiative verweist auf das generelle Bauverbot im Landschaftsschutzgebiet und macht deutlich, dass die mögliche Gewährung von Fördergeldern geltendes Recht nicht außer Kraft setzen dürfe. Nach einer Unterbrechung stimmen die Gemeindevertreter mehrheitlich - und damit zum zweiten Mal - für eine Verweigerung des gemeindlichen Einvernehmens. 13. Juni 2013: Die Lausitzer Rundschau berichtet über die turbulente Gemeinderatssitzung am 11. Juni. Beschrieben wird insbesondere, wie die Landtagsabgeordnete Sylvia Lehmann (SPD) versucht hat, die Entscheidungsfindung zu beeinflussen, und welche Gefahren der Rinderstall für das Ferien- und Freizeitzentrum in Klein Leuthen birgt. 24. Juni 2013: Der Landkreis Dahme-Spreewald hat sich entschlossen, das gemeindliche Einvernehmen zu ersetzen und leitet das dafür gesetzlich vorgeschriebene Anhörungsverfahren ein. Die Gemeinde wird aufgefordert, ihre ablehnenden Beschlüsse zu revidieren. 25. Juli 2013: Die Gemeindevertreter der Gemeinde Märkische Heide beschließen auf einer Sondersitzung, dem Bauantrag zum Rinderstall auch im Rahmen der Anhörung das gemeindliche Einvernehmen zu verweigern. Dies ist die dritte Ablehnung im Gemeinderat. 5. August 2013: Der Landkreis Dahme-Spreewald genehmigt trotz aller Widerstände den Bau des Rinderstalls im Landschaftsschutzgebiet und ersetzt dabei das zuvor verweigerte gemeindliche Einvernehmen. 8. August 2013: Die Lausitzer Rundschau thematisiert eine mögliche politische Einflussnahme auf das Genehmigungsverfahren durch den Landkreis Dahme- Spreewald und die Landtagsabgeordnete Sylvia Lehmann (SPD). 10. September 2013: Die Gemeindevertretung Märkische Heide beschließt, gegen die vom Landkreis ausgereichte Baugenehmigung für den Rinderstall und die darin enthaltene Ersetzung des gemeindlichen Einvernehmens Widerspruch einzulegen. Dies ist der vierte Versuch der Gemeinde, ihre Interessen in der Sache durchzusetzen. Auch Anwohner Klein Leuthens und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Brandenburg  (BUND) legen Widersprüche ein. 14. September 2013: Die Lausitzer Rundschau berichtet über den Widerspruch der Gemeinde Märkische Heide gegen die Baugenehmigung. Zugleich stellt sie ausführlich die Position des Landkreises und anderer Stallbefürworter dar. Der Vizepräsident des Landesbauernverbandes, Heiko Terno, wird dabei mit dem Argument zitiert: "Nur dort, wo Kühe auf der Wiese stehen, kann man den Tourist auch melken!"

2014

Februar 2014: Trotz laufender Widerspruchsverfahren hebt der Investor inmitten des Landschaftsschutzgebiets die Baugrube für den Rinderstall aus. Wie stark dies bereits in das Landschaftsschutzgebiet eingreift, sieht man hier. Die zuständigen Ämter greifen nicht ein. April 2014: Die Widersprüche der Gemeinde, von Mitgliedern der Bürgerinitiative  und des BUND werden vom Landkreis zurückgewiesen. 29. April 2014: Die Gemeindevertreter der Gemeinde Märkische Heide kommen überein, keine Klage gegen die Baugenehmigung einzureichen. 8. Mai 2014: Die Lausitzer Rundschau berichtet über den Beschluss der Gemeinde Märkische Heide. Juli 2014: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Brandenburg (BUND), reicht als Träger öffentlicher Interessen Klage gegen die Baugenehmigung beim Verwaltungsgericht Cottbus ein. 20. Juli 2014: Erster Dorfkaffeeklatsch der Bürgerinitiative auf dem Anger in Klein Leuthen. 17. Oktober 2014: Das Verwaltungsgericht Cottbus folgt dem Antrag des BUND und beschließt einen Baustopp für das strittige Projekt im Landschaftsschutzgebiet. Bereits nach summarischer Prüfung der vorgelegten Argumente und Belege kam das Gericht zu dem Schluss, dass die Klage des BUND im Hauptverfahren voraussichtlich erfolgreich sein werde. 22. Oktober 2014: Der BUND begrüßt mit einer Pressemitteilung die Entscheidung des Verwaltungsgerichts. 23. Oktober 2014: Die Lausitzer Rundschau berichtet über den Baustopp. 29. Oktober 2014: Der Landrat des Landkreises Dahme- Spreewald informiert den Kreistag über seine Entscheidung, gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts Cottbus Beschwerde einzulegen. Die Aktivitäten der Bürgerinitiative werden dabei verzerrend protokolliert.

2015

26. Mai 2015: Das Oberverwaltungsgericht Berlin- Brandenburg bestätigt den Beschluss des Verwaltungsgerichts Cottbus und verfügt unanfechtbar einen Baustopp für den Rinderstall bis zum Abschluss des Hauptverfahrens. 16. Juni 2015: Der BUND stellt den Beschluss des Oberverwaltungsgerichts in einer Pressemitteilung dar. 17. Juni 2015: Die Lausitzer Rundschau berichtet unter dem Titel “Umweltschützer stoppen Rinderstall im Schutzgebiet” über den Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Berlin- Brandenburg. 1. August 2015: Die Lausitzer Rundschau meldet, dass der Landkreis Dahme-Spreewald in Abstimmung mit dem Bauherrn die Baugenehmigung zurückziehen werde. Ein Jahr später wird sich der Landkreis an diese Aussage nicht mehr gebunden fühlen… 9. Oktober 2015: Die Bauernzeitung berichtet über den Fall und gibt dabei vermeintliche Positionen der Bürgerinitiative wieder, ohne ein Gespräch mit ihr geführt zu haben. 17. Juli 2015: Der Ortsbeirat Groß-Leuthen billigt das Konzept der Bürgerinitiative zur Verschönerung des Dorfangers in Klein Leuthen. 23. August 2015: Zweiter Dorfkaffeeklatsch der Bürgerinitiative auf dem Anger in Klein Leuthen. August 2015: Der Investor errichtet eine bis zu 3,5 Meter hohe Mauer aus Silage- und Heuballen und friedet damit unmittelbar neben dem geplanten Standort des Rinderstalls eine 1 ha große Grünlandfläche inmitten des Landschaftsschutzgebiets ein. Auf dieser Fläche werden ab November 2015 Rinder gehalten, es ist eine Art “Offenstall” entstanden. Obwohl auch dieser “Ersatzstall” im Landschaftsschutzgebiet nach Ansicht der Bürgerinitiative gegen geltendes Bau- und Naturschutzrecht verstößt, greifen die Aufsichtsbehörden nicht ein.

2016

1. April 2016: Die Lausitzer Rundschau berichtet neuerlich über den Streit um den Rinderstall im Landschaftsschutzgebiet. Sie thematisiert die Verschandelung des Ortsbild durch den aus Silageballen errichteten “Offenstall” und veröffentlicht die Entscheidung  des Landkreises Dahme-Spreewald, entgegen der eigenen Ankündigung vom August 2015, nach der die Baugenehmigung für den Rinderstall zurückgezogen werden sollte, nun doch weiter an dem Projekt festzuhalten und vor Gericht für die Interessen des Investors zu streiten.