© 2016/21 - Bürgerinitiative Klein Leuthen bewahren!
KLEIN LEUTHEN BEWAHREN
Flugplatzgelände Frühjahr 2017
Fischadler über Groß Leuthen

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Lausitzer Rundschau vom 31. Januar 2017 Lausitzer Rundschau vom 4. Februar 2017 Tagesspiegel vom 10. Februar 2017 BILD vom 10. Februar 2017 Pressemitteilung des BUND vom 3. März 2017 Lausitzer Rundschau vom 4. März 2017 Tagesspiegel vom 6. März 2017 Lausitzer Rundschau vom 6. März 2017 rbb-online vom 6. März 2017 Die Welt vom 7. März 2017 FOCUS-online vom 7. März 2017 Märkische Oderzeitung vom 8. März 2017 Lausitzer Rundschau vom 14. März 2017 BZ-Berlin vom 15. März 2017 Lausitzer Rundschau vom 16. März 2017 Lausitzer Rundschau vom 7. August 2018 BILD vom 14. August 2019 Lausitzer Rundschau vom 28. Dezember 2020 rbb am 15. Januar 2021 BZ am 18. Januar 2021 Leserbrief in LR vom 29. Januar 2021 Lausitzer Rundschau vom 9. Februar 2021 Niederlausitz aktuell vom 9. Februar 2021 Antwort auf Kleine Anfrage vom 23. März 2021 Pressemitteilung B90/Grüne vom 23. März 2021
Baumaßnahmen im Umkreis von bis zu 4 km können wegen des Flugplatzes künftig eine Genehmigung der Flugaufsicht benötigen. Die Zusatzkosten trägt der Antragsteller.

Bruchlandung in Groß Leuthen

Hier geht es zur Bürgerinitative “Freier Himmel” Seit 2017 wird in der Gemeinde Märkische Heide heftig über den Plan zweier Hobby-Piloten gestritten, in Groß Leuthen einen Privatflugplatz einzurichten. Erst im März 2021 wurde dabei bekannt, dass die Antragsteller “vergessen” hatten, den Eigentümer Ihrer gepachteten Graspiste in ihre hochfliegenden Pläne einzuweihen. Das Pikante an diesem Manöver: Der Eigentümer ist das Land Brandenburg, das für die begehrte Fläche lediglich eine landwirtschaftliche Nutzung zulassen will. Doch Traktoren fliegen nicht… Die Chronik einer Provinzposse: Der Plan der beiden Hobby-Piloten aus Berlin entstand 2016. In Groß Leuthen, nur wenige Schritte entfernt vom Eurocamp „Spreewaldtor“  und dem Landschaftsschutzgebiet Groß Leuthener See / Dollgensee wollten sie sich einen Privatflugplatz für Sportflugzeuge einrichten. Einer der Antragsteller ist in Luftfahrtkreisen dabei kein Unbekannter: Elmar Kleinert war seinerzeit Betriebsleiter des Berliner Flughafens Tegel. Heute ist er Geschäftsführer des Flughafens Bremen, der nach Medienberichten kurz vor der Insolvenz steht. Der Plan wurde zunächst sehr verschwiegen vorangetrieben, rief 2017 dann aber doch die Presse auf den Plan, denn die Antragsteller behaupten einerseits, sie wollen die Piste maximal 300 mal im Jahr für ihr Privatvergnügen nutzen. Andererseits hatten sie öffentlich Rundflüge und Oldtimertreffen angeboten. Spekuliert wurde auch, der Flughafen-Chef wolle künftig mit seiner Maschine zur Arbeit fliegen. Der wies das promt zurück. Doch im August 2019 berichtete die BILD, dass Herr Kleinert genau so seinen neuen Arbeitsplatz in Bremen erreiche: mit der Piper an jedem Stau vorbei. Es sollte nicht die letzte Ungereimtheit des Verfahrens bleiben. Das wilde Verfahren wurde 2017 zunächst durch das Landesumweltamt gestoppt, nachdem in unmittelbarer Nähe der Start- und Landebahn der Horst eines Fischadlers entdeckt worden war. Diesen hatten die Antragsteller schlicht „übersehen”. Umweltschützer wiesen auf weitere Gefahren für die geschützte Flora und Fauna hin, während die Betreiber des naturnahen Campingplatzes um ihre Existenz bangten. Es traten allerdings auch Unterstützer des Flughafentraums auf den Plan, unter Ihnen die Bundestagsabgeordnete der SPD Sylvia Lehmann. Sie erhofften sich ein Spektakel, an dem gerade auch die Kinder ihren Spaß hätten. “Endlich mal was los hier!”, sagen sie. Die Flugzeuge vergleichen sie mit Rasenmähern, Umweltschutz und Dorfentwicklung waren ihnen egal. Während die Piloten versuchten, die Bedenken des Landesumweltamts auszuräumen, ruhte das Verfahren bis November 2020, um dann mitten in der Corona-Pandemie unter starkem Zeitdruck wiederbelebt zu werden. Der Zeitdruck erklärte sich womöglich aus dem in der Zwischenzeit erarbeiteten Gemeindeentwicklungskonzept, in dem für Groß Leuthen viele Entwicklungspotentiale in den Bereichen Wohnen, Tourismus und Naturschutz erkannt werden - aber kein Bedarf für einem Flugplatz. Problematisch für die Flieger wäre es auch, wenn es der Gemeinde gelingt, den Ort wieder an das öffentliche Schienennetz anzuschließen, was sich fast alle Einwohner wünschen. Die Gemeinde beteiligt sich dazu an einer Machbarkeitsstudie. Der Flugplatz allerdings liegt genau an der Bahnstrecke und man darf sich fragen, welche Transportart zukunftsfähiger ist: das Privatfliegen für wenige oder der Eisenbahnverkehr für viele. Nachdem die Antragsunterlagen auf den Internetseiten der Oberen Luftfahrbehörden der Länder Berlin-Brandenburg veröffentlicht worden waren, hatte jeder Bürger das Recht, der Behörde bis zum 8. Februar 2021 Bedenken und Anregungen zu übermitteln. Anlass dafür gab es genug, denn der Antrag war unvollständig, unbegründet und in sich widersprüchlich. So gibt es weder das dort genannte „Recht auf ein Hobby”, noch ist der Staat verpflichtet, Hobbypiloten die Möglichkeit zur Ableistung von Pflichtflugstunden zu ermöglichen. Auch haben die Antragsteller bislang kein Problem damit, diese Pflichtstunden zu erbringen und ihre Flugzeuge an etablierten Flugplätzen unterzustellen (auch das zwei an den Haaren herbeigezogene Antragsgründe). Diese Flugplätze sind von Groß Leuthen aus in rund einer Stunde zu erreichen, was eine zumutbare Reisezeit für ein exklusives Hobby ist, wenn man bedenkt, dass der Antragsteller Kleinert zu seiner Arbeitsstelle bis nach Bremen reisen muss - gern mal mit der eigenen Piper, wie berichtet.  Aber diese Reisen kosten Zeit und Geld, die die Antragsteller offenbar nicht haben. Für ihre Graspiste in Groß Leuthen zahlen sie lediglich eine Pacht von 192 Euro im Jahr. Doch es gibt auch Angebote der Flieger: Sie wollen die Anzahl der Starts und Landungen deckeln, allerdings ist im Antrag einmal von 150 Starts und Landungen die Rede (also 300 Flugbewegungen), an anderer Stelle sind es 300 Starts und Landungen, also 600 Flugbewegungen. Während der Brut- und Aufzuchtszeit von Wildvögeln wollen sie ihren Flugplatz nur von Süden Anfliegen. Sie kommen dann über den neuen Einkaufsmarkt, schlängeln sich an zwei Funkmasten vorbei und erreichen über der Straße zum Campingplatz eine Höhe von nur 7,5 Metern. Wie sie den Rest des Jahres Groß Leuthen anfliegen wollen, wo genau die Platzrunde geflogen wird und was die Piloten machen, wenn auf der Landebahn einmal Wild steht, wird geheim gehalten. Die Pläne zeigen nur die gefährliche Südroute, durch die man auch in Gröditsch viel Spaß haben wird, den Piloten bei ihrem Hobby zuzuhören. Aber auch das Befliegen der Nordroute über den Campingplatz, die Wenbergssiedlung oder Bückchen ist unausweichlich. Warum hinterfragt das keine Behörde, bevor sie die Pläne zur Auslegung bringt?! Doch der “Spaß” geht noch weiter: Mit Zulassung des Flugplatzes fällt halb Groß Leuthen und große Teile der umliegenden Gemeinde unter das Regime des Luftverkehrsgesetzes und das schreibt u.a. vor, dass für alle Bauanträge einen Genehmigungsvorbehalt der Luftfahrtbehörde bestehen kann. Noch wiegeln die Behörden ab, dass ein solcher Bauschutzbereich nicht beantragt worden sei. Doch nach Genehmigung des Flugplatzes lässt sich jede weitere Einschränkung viel leichter beantragen als jetzt - diese “Salamitaktik” kennt doch eigentlich jeder. Wer also künftig im Umkreis von 1,5 km um den Flugplatz eine Garage bauen oder ein Dachfenster einsetzen will, muss ggf. die Baupläne um Höhenangaben ergänzen und bei der Luftfahrtbehörde einreichen. Bei Bauwerken ab einer Höhe von 25 Metern vergrößert sich die Sperrzone auf 4 Kilometer. Die Zusatzkosten, die leicht 1000 Euro pro Antrag betragen können, trägt der Bürger. Niemand wird unter diesen Umständen künftig ernsthaft erwägen, sich in Groß Leuthen anzusiedeln oder vorhandene Gebäude auszubauen (abgesehen von Schallschutzfenstern vielleicht). Die Ansätze des Ortsentwicklungskonzepts lösen sich sprichwörtlich in Luft auf. Die Grundstückspreise und der Wiederverkaufswert von Bestandsimmobilien werden fallen. Ein Dorf unterwirft sich dem Freizeitspaß zweier Piloten. Ein Leserbrief in der Lausitzer Rundschau hat dies am 29. Januar 2021 besser zusammengefasst als jeder Zeitungsbericht zuvor. Am 18. November, nur vier Tage nach Veröffentlichung der Antragsunterlagen, hat sich der mit Laien besetzte Ortsbeirat von Groß Leuthen für eine Genehmigung des Flugplatzes ausgesprochen, wenn auch unter Bedingungen (z.B. Verzicht auf Überflug von Campingplatz, Landschaftsschutzgebiet und See). Am 14. Januar 2021 sind der Bauausschuss und am 18. Januar 2021 der Hauptausschuss der Gemeinde diesem Votum gefolgt. Die Lokalmedien unterstützen die Piloten mit einer unausgewogenen Berichterstattung, während die anerkannten Umweltverbände mobil machten. Am 23. März 2021 dann der Paukenschlag: Auf Anfrage der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen teilte die Landesregierung im Rahmen einer Kleinen Anfrage mit, nicht über die Umnutzung des an die Piloten verpachteten Grundstücks informiert worden zu sein. Nach Ansicht der Landesregierung sei die entsprechende Fläche ausschließlich der landwirtschaftlichen Nutzung vorbehalten. Ein landespolitisches Interesse an der Einrichtung des Privatflugplatzes existiere nicht. Der Vorsitzende der bündnisgrünen Landtagsfraktion, Benjamin Raschke, fasste das Ergebnis dieser Antwort in einer Pressemitteilung anschaulich zusammen: „Eine Nutzung der Fläche als Flugplatz ist laut der Antwort nicht zulässig.” Es obliegt nun der Oberen Luftfahrtbehörde und letztlich den Gerichten, über die Zukunft des Ortes zu entscheiden. Wer die gesunde Zukunft von Groß Leuthen, Gröditsch, Bückchen und der gesamten Gemeinde retten möchte, ist in der Bürgerinitiative “Freier Himmel” willkommen.

Bruchlandung in Groß

Leuthen

Hier geht es zur Bürgerinitative “Freier Himmel” Seit 2017 wird in der Gemeinde Märkische Heide heftig über den Plan zweier Hobby-Piloten gestritten, in Groß Leuthen einen Privatflugplatz einzurichten. Erst im März 2021 wurde dabei bekannt, dass die Antragsteller “vergessen” hatten, den Eigentümer Ihrer gepachteten Graspiste in ihre hochfliegenden Pläne einzuweihen. Das Pikante an diesem Manöver: Der Eigentümer ist das Land Brandenburg, das für die begehrte Fläche lediglich eine landwirtschaftliche Nutzung zulassen will. Doch Traktoren fliegen nicht… Die Chronik einer Provinzposse: Der Plan der beiden Hobby-Piloten aus Berlin entstand 2016. In Groß Leuthen, nur wenige Schritte entfernt vom Eurocamp „Spreewaldtor“  und dem Landschaftsschutzgebiet Groß Leuthener See / Dollgensee wollten sie sich einen Privatflugplatz für Sportflugzeuge einrichten. Einer der Antragsteller ist in Luftfahrtkreisen dabei kein Unbekannter: Elmar Kleinert war seinerzeit Betriebsleiter des Berliner Flughafens Tegel. Heute ist er Geschäftsführer des Flughafens Bremen, der nach Medienberichten kurz vor der Insolvenz steht. Der Plan wurde zunächst sehr verschwiegen vorangetrieben, rief 2017 dann aber doch die Presse auf den Plan, denn die Antragsteller behaupten einerseits, sie wollen die Piste maximal 300 mal im Jahr für ihr Privatvergnügen nutzen. Andererseits hatten sie öffentlich Rundflüge und Oldtimertreffen angeboten. Spekuliert wurde auch, der Flughafen-Chef wolle künftig mit seiner Maschine zur Arbeit fliegen. Der wies das promt zurück. Doch im August 2019 berichtete die BILD, dass Herr Kleinert genau so seinen neuen Arbeitsplatz in Bremen erreiche: mit der Piper an jedem Stau vorbei. Es sollte nicht die letzte Ungereimtheit des Verfahrens bleiben. Das wilde Verfahren wurde 2017 zunächst durch das Landesumweltamt gestoppt, nachdem in unmittelbarer Nähe der Start- und Landebahn der Horst eines Fischadlers entdeckt worden war. Diesen hatten die Antragsteller schlicht „übersehen”. Umweltschützer wiesen auf weitere Gefahren für die geschützte Flora und Fauna hin, während die Betreiber des naturnahen Campingplatzes um ihre Existenz bangten. Es traten allerdings auch Unterstützer des Flughafentraums auf den Plan, unter Ihnen die Bundestagsabgeordnete der SPD Sylvia Lehmann. Sie erhofften sich ein Spektakel, an dem gerade auch die Kinder ihren Spaß hätten. “Endlich mal was los hier!”, sagen sie. Die Flugzeuge vergleichen sie mit Rasenmähern, Umweltschutz und Dorfentwicklung waren ihnen egal. Während die Piloten versuchten, die Bedenken des Landesumweltamts auszuräumen, ruhte das Verfahren bis November 2020, um dann mitten in der Corona-Pandemie unter starkem Zeitdruck wiederbelebt zu werden. Der Zeitdruck erklärte sich womöglich aus dem in der Zwischenzeit erarbeiteten Gemeindeentwicklungskonzept, in dem für Groß Leuthen viele Entwicklungspotentiale in den Bereichen Wohnen, Tourismus und Naturschutz erkannt werden - aber kein Bedarf für einem Flugplatz. Problematisch für die Flieger wäre es auch, wenn es der Gemeinde gelingt, den Ort wieder an das öffentliche Schienennetz anzuschließen, was sich fast alle Einwohner wünschen. Die Gemeinde beteiligt sich dazu an einer Machbarkeitsstudie. Der Flugplatz allerdings liegt genau an der Bahnstrecke und man darf sich fragen, welche Transportart zukunftsfähiger ist: das Privatfliegen für wenige oder der Eisenbahnverkehr für viele. Nachdem die Antragsunterlagen auf den Internetseiten der Oberen Luftfahrbehörden der Länder Berlin-Brandenburg  veröffentlicht worden waren, hatte jeder Bürger das Recht, der Behörde bis zum 8. Februar 2021 Bedenken und Anregungen zu übermitteln. Anlass dafür gab es genug, denn der Antrag war unvollständig, unbegründet und in sich widersprüchlich. So gibt es weder das dort genannte „Recht auf ein Hobby”, noch ist der Staat verpflichtet, Hobbypiloten die Möglichkeit zur Ableistung von Pflichtflugstunden zu ermöglichen. Auch haben die Antragsteller bislang kein Problem damit, diese Pflichtstunden zu erbringen und ihre Flugzeuge an etablierten Flugplätzen unterzustellen (auch das zwei an den Haaren herbeigezogene Antragsgründe). Diese Flugplätze sind von Groß Leuthen aus in rund einer Stunde zu erreichen, was eine zumutbare Reisezeit für ein exklusives Hobby ist, wenn man bedenkt, dass der Antragsteller Kleinert zu seiner Arbeitsstelle bis nach Bremen reisen muss - gern mal mit der eigenen Piper, wie berichtet.  Aber diese Reisen kosten Zeit und Geld, die die Antragsteller offenbar nicht haben. Für ihre Graspiste in Groß Leuthen zahlen sie lediglich eine Pacht von 192 Euro im Jahr. Doch es gibt auch Angebote der Flieger: Sie wollen die Anzahl der Starts und Landungen deckeln, allerdings ist im Antrag einmal von 150 Starts und Landungen die Rede (also 300 Flugbewegungen), an anderer Stelle sind es 300 Starts und Landungen, also 600 Flugbewegungen. Während der Brut- und Aufzuchtszeit von Wildvögeln wollen sie ihren Flugplatz nur von Süden Anfliegen. Sie kommen dann über den neuen Einkaufsmarkt, schlängeln sich an zwei Funkmasten vorbei und erreichen über der Straße zum Campingplatz eine Höhe von nur 7,5 Metern. Wie sie den Rest des Jahres Groß Leuthen anfliegen wollen, wo genau die Platzrunde geflogen wird und was die Piloten machen, wenn auf der Landebahn einmal Wild steht, wird geheim gehalten. Die Pläne zeigen nur die gefährliche Südroute, durch die man auch in Gröditsch viel Spaß haben wird, den Piloten bei ihrem Hobby zuzuhören. Aber auch das Befliegen der Nordroute über den Campingplatz, die Wenbergssiedlung oder Bückchen ist unausweichlich. Warum hinterfragt das keine Behörde, bevor sie die Pläne zur Auslegung bringt?! Doch der “Spaß” geht noch weiter: Mit Zulassung des Flugplatzes fällt halb Groß Leuthen und große Teile der umliegenden Gemeinde unter das Regime des Luftverkehrsgesetzes und das schreibt u.a. vor, dass für alle Bauanträge einen Genehmigungsvorbehalt der Luftfahrtbehörde bestehen kann. Noch wiegeln die Behörden ab, dass ein solcher Bauschutzbereich nicht beantragt worden sei. Doch nach Genehmigung des Flugplatzes lässt sich jede weitere Einschränkung viel leichter beantragen als jetzt - diese “Salamitaktik” kennt doch eigentlich jeder. Wer also künftig im Umkreis von 1,5 km um den Flugplatz eine Garage bauen oder ein Dachfenster einsetzen will, muss ggf. die Baupläne um Höhenangaben ergänzen und bei der Luftfahrtbehörde einreichen. Bei Bauwerken ab einer Höhe von 25 Metern vergrößert sich die Sperrzone auf 4 Kilometer. Die Zusatzkosten, die leicht 1000 Euro pro Antrag betragen können, trägt der Bürger. Niemand wird unter diesen Umständen künftig ernsthaft erwägen, sich in Groß Leuthen anzusiedeln oder vorhandene Gebäude auszubauen (abgesehen von Schallschutzfenstern vielleicht). Die Ansätze des Ortsentwicklungskonzepts lösen sich sprichwörtlich in Luft auf. Die Grundstückspreise und der Wiederverkaufswert von Bestandsimmobilien werden fallen. Ein Dorf unterwirft sich dem Freizeitspaß zweier Piloten. Ein Leserbrief in der Lausitzer Rundschau hat dies am 29. Januar 2021 besser zusammengefasst als jeder Zeitungsbericht zuvor. Am 18. November, nur vier Tage nach Veröffentlichung der Antragsunterlagen, hat sich der mit Laien besetzte Ortsbeirat von Groß Leuthen für eine Genehmigung des Flugplatzes ausgesprochen, wenn auch unter Bedingungen (z.B. Verzicht auf Überflug von Campingplatz, Landschaftsschutzgebiet und See). Am 14. Januar 2021 sind der Bauausschuss und am 18. Januar 2021 der Hauptausschuss der Gemeinde diesem Votum gefolgt. Die Lokalmedien unterstützen die Piloten mit einer unausgewogenen Berichterstattung, während die anerkannten Umweltverbände mobil machten. Am 23. März 2021 dann der Paukenschlag: Auf Anfrage der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen teilte die Landesregierung im Rahmen einer Kleinen Anfrage mit, nicht über die Umnutzung des an die Piloten verpachteten Grundstücks informiert worden zu sein. Nach Ansicht der Landesregierung sei die entsprechende Fläche ausschließlich der landwirtschaftlichen Nutzung vorbehalten. Ein landespolitisches Interesse an der Einrichtung des Privatflugplatzes existiere nicht. Der Vorsitzende der bündnisgrünen Landtagsfraktion, Benjamin Raschke, fasste das Ergebnis dieser Antwort in einer Pressemitteilung anschaulich zusammen: „Eine Nutzung der Fläche als Flugplatz ist laut der Antwort nicht zulässig.” Es obliegt nun der Oberen Luftfahrtbehörde und letztlich den Gerichten, über die Zukunft des Ortes zu entscheiden. Wer die gesunde Zukunft von Groß Leuthen, Gröditsch, Bückchen und der gesamten Gemeinde retten möchte, ist in der Bürgerinitiative “Freier Himmel” willkommen.
© 2016/21 - Bürgerinitiative Klein Leuthen bewahren
KLEIN LEUTHEN BEWAHREN