© 2016/17 - Bürgerinitiative Klein Leuthen bewahren

Groß Leuthen Airport?

Im Herbst 2016 kursierten die ersten Gerüchte: in Groß Leuthen soll ein Flugplatz entstehen — unmittelbar neben dem Eurocamp „Spreewaldtor“  und dem Landschaftsschutzgebiet Groß Leuthener See / Dollgensee. Im Februar 2017 wurde es konkreter: zwei Hobby-Piloten aus Berlin und Märkische Heide planen die Einrichtung einer privaten Start- und Landebahn für Sportflugzeuge — 500 Meter von Eurocamp und Schutzgebiet entfernt. Dafür hatten sie bereits im Mai 2016 bei der Obersten Luftfahrtbehörde des Landes Brandenburg zwei Anträge eingereicht: einen zur Genehmigung eines zweijährigen Probebetriebs mit bis zu 300 Starts und Landungen im Jahr und einen für den Dauerbetrieb der Anlage. Warum die Gemeinde Märkische Heide, Anrainer und Naturschutzverbände erst Ende 2016 informiert wurden, nachdem bereits erste Genehmigungen vorlagen, blieb ungeklärt und bot Raum für Spekulationen, die im Februar 2017 die Medien auf den Plan riefen, denn immerhin ist einer der Antragsteller in Luftfahrtkreisen kein Unbekannter: Elmar Kleinert ist nicht nur Wochenendspreewälder und Hobbypilot, sondern auch Betriebsleiter der Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld. Gerüchte über den kommerziellen Gebrauch der Start- und Landebahn schossen ins Kraut, angeheizt vom Angebot der Antragsteller, Rundflüge anzubieten und andere Flugzeuge zu Oldtimertreffen nach Groß Leuthen zu locken. Letztlich hieß es sogar, der Flughafenchef wolle mit seiner Piper vom dörflichen Landsitz bis zur hauptstädtischen Arbeit fliegen… Letztlich fragte die Presse nicht ohne Häme sogar, welcher Flugplatz wohl eher fertig sei: der BER in Schönefeld oder der „BERchen“ in Groß Leuthen. Das Medieninteresse an dem Fall war so enorm, dass die Gemeinde Märkische Heide eine für den 13. Februar 2017 angesetzte Gemeindevertreterversammlung, die sich dem Flugplatz widmen sollte, kurzerhand absagte. Auch lagen der Verwaltung inzwischen eine Reihe ernst zu nehmender Widersprüche von Anwohnern, Bürgerinitiativen und Umweltverbänden vor, die  die Genehmigung eines Flugplatzes im Eilverfahren verhindern und die Gemeinde vor schwerem Schaden bewahren wollten. Aus Sicht der Kritiker spricht gegen den Flugplatz  zunächst seine unmittelbare Nähe zum Eurocamp „Spreewaldtor“. Dessen Standortvorteile — naturnahe und ruhige Lage, Betrieb nach ökologischen Maßgaben — würden durch einen Dorf-Airport zerstört, was die Existenzgrundlage der Betreiber sowie weitere Arbeitsplätze vernichten würde. Erhebliche Steuereinbußen für die Gemeinde wären neben einem zerstörten Image die Folge. Kritiker warnen zudem vor einem erheblichen Wertverlust für alle Grundstücke in Flugplatznähe und innerhalb der Einflugschneise, was die Einwohnerzahl verringern und in der Summe ebenfalls Steuereinnahme und Standortvorteile negativ beeinflussen würde — ein Teufelskreis. Von der Hand zu weisen sind auch nicht die ganz  konkreten Gefahren für Leib und Leben, die der Flugbetrieb in sich birgt, wobei die Gemeinde auf unkalkulierbaren  Folgekosten von Flugunfällen und Havarien sitzen bliebe, während die Flugplatzgründer  womöglich längst einem anderen Hobby nachgehen. Die Kritik der Umweltschützer richtete sich vor allem gegen einen völlig unnötigen, rein egoistischen Eingriff in den naturnahen Raum, der den Wert des Landschaftsschutzgebiets und der angrenzenden Naturschutzgebiete, die Erholungs- und Kulturräume für alle Bürgerinnen und Bürger sind, zerstören würde. Besonders bedroht wäre durch einen letztlich unkontrollierbaren Flugbetrieb der große und artenreiche Vogelbestand am Groß Leuthener See. Der BUND Brandenburg appellierte daher direkt an die Gemeinde: „Große Teile der Gemarkung Groß Leuthen liegen im Landschaftsschutzgebiet ‚Groß Leuthener See / Dollgensee'. Das Landschaftsschutzgebiet mit seinen Gewässern und Wäldern soll der naturnahen Erholung dienen. Viele seltene Vogelarten, wie der Weißstorch, der Fischadler, der Kranich und die Rohrdommel haben hier ihren Lebensraum. Bau und Betrieb des Landeplatzes würden sich negativ auf die hier vorkommenden Arten und Biotope auswirken. Wir sehen eine Beeinträchtigung der Kulturlandschaft aus Seen, Fließen, Äckern, Wiesen und Wäldern. Es ist zu befürchten, dass die Flugzeuge das Naturschutzgebiet ‚Dollgener Grund‘ und das FFH-Gebiet ‚Teufelsluch‘ in geringer Höhe überfliegen und die dort vorkommenden Tiere beunruhigen. In unmittelbarer Nähe liegt der Schwielochsee. Hier wurden in den letzten Jahren um 3 000 Grau-, Saat- und Blässgänse als Wintergäste gezählt.“ (Pressemitteilung des BUND). Es gibt allerdings auch Unterstützer des Flughafentraums! Diese erhoffen sich eine Aufwertung der Gemeinde durch die Erschließung einer kaufkräftigen Klientel, mit der sich die infrastrukturellen Probleme vor Ort (fehlende Einkaufsmöglichkeiten, nicht ausreichende ärztliche Versorgung) quasi von selbst lösten. Andere versuchen, die drohende Umweltbelastung durch einen Vergleich mit Umweltsünden aus DDR-Zeit zu relativieren. Eine dritte Gruppe erhofft sich ein Spektakel, an dem gerade auch die Kinder ihren Spaß hätten. Nur selten wird in diesem Zusammenhang diskutiert, dass der Hauptbetrieb des Sportflugplatzes am Wochenende zu erwarten wäre, wenn Geschäfte und Arztpraxen geschlossen sind, sich Dritte - insbesondere Kinder - nicht unbeaufsichtigt den Flugzeugen nähern dürften und ein zeitgemäßer Umweltzschutz allen Bürgerinnen und Bürgern zugute kommt. Um der Kritik an den Flugplatzplänen entgegenzutreten, veranstalteten die Antragsteller am 5. März 2017 einen öffentlichen Probebetrieb mit mehreren Starts und Landungen. Zwar zog die volksfesthafte Veranstaltung ein zum Teil wohlwollendes Publikum an. Die genannten Bedenken ausräumen konnte die Flug-Show allerdings nicht, zumal das komplexe Gefahrenpotential der Anlage auf die Frage der Lärmentwicklung verkürzt wurde. Entsprechend spöttisch berichtete die Hauptstadtpresse, wodurch dem Ansehen von Groß Leuthen ein erster schwerer Schaden zugefügt wurde. Am 6. März 2017 kam die Gemeindevertreterversammlung neuerlich zusammen, um über das Vorhaben zu beraten. Der Antragsteller Kleinert durfte seine Pläne ausführlich vorstellen, vollmundig seine Wochenend- Flugpläne erläutern und beschreiben, warum es sich für ihn nicht lohne, täglich von der Märkischen Heide zur Arbeit zu fliegen. Der Presse hatte er bereits zuvor glaubhaft versichert, dass er sich unter keinen Umständen vorstellen könne, seine “geile Dachgeschosswohnung in Berlin-Kreuzberg” mit einem Bauernhaus in Groß Leuthen zu tauschen. Seine Graspiste beschwor er als  Ökoparadies und stellte sein Hobby unschuldig mit allen anderen Freizeitfreuden auf eine Stufe, wohlwissend, dass Angler und Hobbygärtner nicht stundenlang über den Köpfen ihrer ruhesuchenden Nachbarn Wildvögel verjagen. In geradezu inniger Verklärung beteuerte Herr Kleinert, dass alle beantragten Genehmigungen personengebunden und auf die beiden vorhandenen Flugzeuge der Antragsteller begrenzt, unübertragbar und absolut unveränderlich wären. Niemals könne ein anderes Flugzeug in Groß Leuthen landen, behauptete er und verschwieg, das die Antragsteller selbst nur Wochen zuvor offen für kommerzielle Rundflüge und  Oldtimertreffen geworben hatten. Auch habe er sich mit der Märkischen Heide keine “politisch schwache Gemeinde” ausgesucht, beteuerte er, sondern eine landschaftlich schöne, wobei er allerdings kein Verständnis für jene Menschen zeigte, die ihre eigene Landschaftsliebe lieber im Stillen und auf Augenhöhe vollziehen wollten. Vollends unglaubwürdig wurde sein Plädoyer in eigener Sache, als er behauptete, seine Anträge würden von den Behörden strenger geprüft als andere, denn nur Stunden vor der Anhörung hatte das Landesumweltamt eine bereits erteilte Zustimmung zum Probebetrieb zurückgezogen, nachdem Bürgerinnen und Bürger sowie Umweltverbände das Amt darauf hingewiesen hatten, dass sich in unmittelbarer Nähe der Start- und Landebahn der Horst eines Fischadlers befindet. Eine besonders strenge Prüfung sieht womöglich anders aus… Dennoch: Mit der Entscheidung des Landesumweltamtes, den Probebetrieb zu verbieten, wurde die Positionierung der Gemeinde in der Sache zunächst hinfällig. Im Raum steht jedoch weiterhin der Antrag auf Dauerbetrieb, für den nun ein Umweltgutachten eingeholt werden muss. In diesem Zusammenhang wurden am 15. März 2017 nochmals Starts und Landungen durchgeführt, bei denen es allerdings zu gefährlichen Zwischenfällen kam, als ein Flugzeug neben der geplanten Landebahn aufsetzte. Die Frage, ob die Antragsteller bei der Aktion gegen Flugregeln und/oder Vorgaben zum Schutz des Fischadlers verstoßen haben, ist Gegenstand laufender Untersuchungen. Nachdem es den Antragstellern nicht gelungen ist, den Probebetrieb ihres Flugplatzes im Eilverfahren und am Schutz öffentlicher Belange vorbei durchzusetzen, soll nun in einem geordneten Verfahren über den Antrag auf Dauerbetrieb entschieden werden. Hierbei wird dann tatsächlich auch die Gemeinde angehört und Betroffene, Kritiker und  Träger öffentlicher Belange bekommen die Möglichkeit, ihre Bedenken anzubringen und ggf. gerichtlich durchzusetzen. Nur mit einer vernünftigen Entscheidung der Gemeinde und den Mitteln des Rechtsstaats kann Groß Leuthen davor bewahrt werden, dass die Privatinteressen einzelner über die Interessen der Gemeinde, des Umweltschutzes und des gesunden Menschenverstandes triumphieren. Zur Kanlisierung der Diskussion, die sich weit über den Flugplatz hinaus auf die Ortsentwicklung orientiert, wurde im September die Bürgerinitiative “Groß Leuthen entwickeln” gegründet. Der Adlerhorst übrigens wurde im Frühjahr von einem Paar Wanderfalken besetzt, die dort auch Junge aufzogen. Der Wanderfalke, der zu DDR-Zeiten in Brandenburg ausgestorben war, genießt wie der Fischadler einen herausgehobenen Schutzstatus. Ein Umstand, den mancher in der Märkischen Heide als hinderlich empfindet, der in anderen Gemeinden jedoch als Sensation gefeiert wird
KLEIN LEUTHEN BEWAHREN
Flugplatzgelände Frühjahr 2017
Fischadler über Groß Leuthen

Mediathek (Auswahl)

Lausitzer Rundschau vom 31. Januar 2017 Lausitzer Rundschau vom 4. Februar 2017 Tagesspiegel vom 10. Februar 2017 BILD vom 10. Februar 2017 Pressemitteilung des BUND vom 3. März 2017 Lausitzer Rundschau vom 4. März 2017 Tagesspiegel vom 6. März 2017 Lausitzer Rundschau vom 6. März 2017 rbb-online vom 6. März 2017 Die Welt vom 7. März 2017 FOCUS-online vom 7. März 2017 Märkische Oderzeitung vom 8. März 2017 Lausitzer Rundschau vom 14. März 2017 BZ-Berlin vom 15. März 2017 Lausitzer Rundschau vom 16. März 2017

Groß Leuthen Airport?

Im Herbst 2016 kursierten die ersten Gerüchte: in Groß Leuthen soll ein Flugplatz entstehen — unmittelbar neben dem Eurocamp „Spreewaldtor“  und dem Landschaftsschutzgebiet Groß Leuthener See / Dollgensee. Im Februar 2017 wurde es konkreter: zwei Hobby-Piloten aus Berlin und Märkische Heide planen die Einrichtung einer privaten Start- und Landebahn für Sportflugzeuge — 500 Meter von Eurocamp und Schutzgebiet entfernt. Dafür hatten sie bereits im Mai 2016 bei der Obersten Luftfahrtbehörde des Landes Brandenburg zwei Anträge eingereicht: einen zur Genehmigung eines zweijährigen Probebetriebs mit bis zu 300 Starts und Landungen im Jahr und einen für den Dauerbetrieb der Anlage. Warum die Gemeinde Märkische Heide, Anrainer und Naturschutzverbände erst Ende 2016 informiert wurden, nachdem bereits erste Genehmigungen vorlagen, blieb ungeklärt und bot Raum für Spekulationen, die im Februar 2017 die Medien auf den Plan riefen, denn immerhin ist einer der Antragsteller in Luftfahrtkreisen kein Unbekannter: Elmar Kleinert ist nicht nur Wochenendspreewälder und Hobbypilot, sondern auch Betriebsleiter der Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld. Gerüchte über den kommerziellen Gebrauch der Start- und Landebahn schossen ins Kraut, angeheizt vom Angebot der Antragsteller, Rundflüge anzubieten und andere Flugzeuge zu Oldtimertreffen nach Groß Leuthen zu locken. Letztlich hieß es sogar, der Flughafenchef wolle mit seiner Piper vom dörflichen Landsitz bis zur hauptstädtischen Arbeit fliegen… Letztlich fragte die Presse nicht ohne Häme sogar, welcher Flugplatz wohl eher fertig sei: der BER in Schönefeld oder der „BERchen“ in Groß Leuthen. Das Medieninteresse an dem Fall war so enorm, dass die Gemeinde Märkische Heide eine für den 13. Februar 2017 angesetzte Gemeindevertreterversammlung, die sich dem Flugplatz widmen sollte, kurzerhand absagte. Auch lagen der Verwaltung inzwischen eine Reihe ernst zu nehmender Widersprüche von Anwohnern, Bürgerinitiativen und Umweltverbänden vor, die  die Genehmigung eines Flugplatzes im Eilverfahren verhindern und die Gemeinde vor schwerem Schaden bewahren wollten. Aus Sicht der Kritiker spricht gegen den Flugplatz  zunächst seine unmittelbare Nähe zum Eurocamp „Spreewaldtor“. Dessen Standortvorteile — naturnahe und ruhige Lage, Betrieb nach ökologischen Maßgaben — würden durch einen Dorf-Airport zerstört, was die Existenzgrundlage der Betreiber sowie weitere Arbeitsplätze vernichten würde. Erhebliche Steuereinbußen für die Gemeinde wären neben einem zerstörten Image die Folge. Kritiker warnen zudem vor einem erheblichen Wertverlust für alle Grundstücke in Flugplatznähe und innerhalb der Einflugschneise, was die Einwohnerzahl verringern und in der Summe ebenfalls Steuereinnahme und Standortvorteile negativ beeinflussen würde — ein Teufelskreis. Von der Hand zu weisen sind auch nicht die ganz  konkreten Gefahren für Leib und Leben, die der Flugbetrieb in sich birgt, wobei die Gemeinde auf unkalkulierbaren  Folgekosten von Flugunfällen und Havarien sitzen bliebe, während die Flugplatzgründer  womöglich längst einem anderen Hobby nachgehen. Die Kritik der Umweltschützer richtete sich vor allem gegen einen völlig unnötigen, rein egoistischen Eingriff in den naturnahen Raum, der den Wert des Landschaftsschutzgebiets und der angrenzenden Naturschutzgebiete, die Erholungs- und Kulturräume für alle Bürgerinnen und Bürger sind, zerstören würde. Besonders bedroht wäre durch einen letztlich unkontrollierbaren Flugbetrieb der große und artenreiche Vogelbestand am Groß Leuthener See. Der BUND Brandenburg appellierte daher direkt an die Gemeinde: „Große Teile der Gemarkung Groß Leuthen liegen im Landschaftsschutzgebiet ‚Groß Leuthener See / Dollgensee'. Das Landschaftsschutzgebiet mit seinen Gewässern und Wäldern soll der naturnahen Erholung dienen. Viele seltene Vogelarten, wie der Weißstorch, der Fischadler, der Kranich und die Rohrdommel haben hier ihren Lebensraum. Bau und Betrieb des Landeplatzes würden sich negativ auf die hier vorkommenden Arten und Biotope auswirken. Wir sehen eine Beeinträchtigung der Kulturlandschaft aus Seen, Fließen, Äckern, Wiesen und Wäldern. Es ist zu befürchten, dass die Flugzeuge das Naturschutzgebiet ‚Dollgener Grund‘ und das FFH-Gebiet ‚Teufelsluch‘ in geringer Höhe überfliegen und die dort vorkommenden Tiere beunruhigen. In unmittelbarer Nähe liegt der Schwielochsee. Hier wurden in den letzten Jahren um 3 000 Grau-, Saat- und Blässgänse als Wintergäste gezählt.“ (Pressemitteilung des BUND). Es gibt allerdings auch Unterstützer des Flughafentraums! Diese erhoffen sich eine Aufwertung der Gemeinde durch die Erschließung einer kaufkräftigen Klientel, mit der sich die infrastrukturellen Probleme vor Ort (fehlende Einkaufsmöglichkeiten, nicht ausreichende ärztliche Versorgung) quasi von selbst lösten. Andere versuchen, die drohende Umweltbelastung durch einen Vergleich mit Umweltsünden aus DDR-Zeit zu relativieren. Eine dritte Gruppe erhofft sich ein Spektakel, an dem gerade auch die Kinder ihren Spaß hätten. Nur selten wird in diesem Zusammenhang diskutiert, dass der Hauptbetrieb des Sportflugplatzes am Wochenende zu erwarten wäre, wenn Geschäfte und Arztpraxen geschlossen sind, sich Dritte - insbesondere Kinder - nicht unbeaufsichtigt den Flugzeugen nähern dürften und ein zeitgemäßer Umweltzschutz allen Bürgerinnen und Bürgern zugute kommt. Um der Kritik an den Flugplatzplänen entgegenzutreten, veranstalteten die Antragsteller am 5. März 2017 einen öffentlichen Probebetrieb mit mehreren Starts und Landungen. Zwar zog die volksfesthafte Veranstaltung ein zum Teil wohlwollendes Publikum an. Die genannten Bedenken ausräumen konnte die Flug-Show allerdings nicht, zumal das komplexe Gefahrenpotential der Anlage auf die Frage der Lärmentwicklung verkürzt wurde. Entsprechend spöttisch berichtete die Hauptstadtpresse, wodurch dem Ansehen von Groß Leuthen ein erster schwerer Schaden zugefügt wurde. Am 6. März 2017 kam die Gemeindevertreterversammlung neuerlich zusammen, um über das Vorhaben zu beraten. Der Antragsteller Kleinert durfte seine Pläne ausführlich vorstellen, vollmundig seine Wochenend-Flugpläne erläutern und beschreiben, warum es sich für ihn nicht lohne, täglich von der Märkischen Heide zur Arbeit zu fliegen. Der Presse hatte er bereits zuvor glaubhaft versichert, dass er sich unter keinen Umständen vorstellen könne, seine “geile Dachgeschosswohnung in Berlin- Kreuzberg” mit einem Bauernhaus in Groß Leuthen zu tauschen. Seine Graspiste beschwor er als  Ökoparadies und stellte sein Hobby unschuldig mit allen anderen Freizeitfreuden auf eine Stufe, wohlwissend, dass Angler und Hobbygärtner nicht stundenlang über den Köpfen ihrer ruhesuchenden Nachbarn Wildvögel verjagen. In geradezu inniger Verklärung beteuerte Herr Kleinert, dass alle beantragten Genehmigungen personengebunden und auf die beiden vorhandenen Flugzeuge der Antragsteller begrenzt, unübertragbar und absolut unveränderlich wären. Niemals könne ein anderes Flugzeug in Groß Leuthen landen, behauptete er und verschwieg, das die Antragsteller selbst nur Wochen zuvor offen für kommerzielle Rundflüge und  Oldtimertreffen geworben hatten. Auch habe er sich mit der Märkischen Heide keine “politisch schwache Gemeinde” ausgesucht, beteuerte er, sondern eine landschaftlich schöne, wobei er allerdings kein Verständnis für jene Menschen zeigte, die ihre eigene Landschaftsliebe lieber im Stillen und auf Augenhöhe vollziehen wollten. Vollends unglaubwürdig wurde sein Plädoyer in eigener Sache, als er behauptete, seine Anträge würden von den Behörden strenger geprüft als andere, denn nur Stunden vor der Anhörung hatte das Landesumweltamt eine bereits erteilte Zustimmung zum Probebetrieb zurückgezogen, nachdem Bürgerinnen und Bürger sowie Umweltverbände das Amt darauf hingewiesen hatten, dass sich in unmittelbarer Nähe der Start- und Landebahn der Horst eines Fischadlers befindet. Eine besonders strenge Prüfung sieht womöglich anders aus… Dennoch: Mit der Entscheidung des Landesumweltamtes, den Probebetrieb zu verbieten, wurde die Positionierung der Gemeinde in der Sache zunächst hinfällig. Im Raum steht jedoch weiterhin der Antrag auf Dauerbetrieb, für den nun ein Umweltgutachten eingeholt werden muss. In diesem Zusammenhang wurden am 15. März 2017 nochmals Starts und Landungen durchgeführt, bei denen es allerdings zu gefährlichen Zwischenfällen kam, als ein Flugzeug neben der geplanten Landebahn aufsetzte. Die Frage, ob die Antragsteller bei der Aktion gegen Flugregeln und/oder Vorgaben zum Schutz des Fischadlers verstoßen haben, ist Gegenstand laufender Untersuchungen. Nachdem es den Antragstellern nicht gelungen ist, den Probebetrieb ihres Flugplatzes im Eilverfahren und am Schutz öffentlicher Belange vorbei durchzusetzen, soll nun in einem geordneten Verfahren über den Antrag auf Dauerbetrieb entschieden werden. Hierbei wird dann tatsächlich auch die Gemeinde angehört und Betroffene, Kritiker und  Träger öffentlicher Belange bekommen die Möglichkeit, ihre Bedenken anzubringen und ggf. gerichtlich durchzusetzen. Nur mit einer vernünftigen Entscheidung der Gemeinde und den Mitteln des Rechtsstaats kann Groß Leuthen davor bewahrt werden, dass die Privatinteressen einzelner über die Interessen der Gemeinde, des Umweltschutzes und des gesunden Menschenverstandes triumphieren. Zur Kanlisierung der Diskussion, die sich weit über den Flugplatz hinaus auf die Ortsentwicklung orientiert, wurde im September die Bürgerinitiative “Groß Leuthen entwickeln” gegründet. Der Adlerhorst übrigens wurde im Frühjahr von einem Paar Wanderfalken besetzt, die dort auch Junge aufzogen. Der Wanderfalke, der zu DDR-Zeiten in Brandenburg ausgestorben war, genießt wie der Fischadler einen herausgehobenen Schutzstatus. Ein Umstand, den mancher in der Märkischen Heide als hinderlich empfindet, der in anderen Gemeinden jedoch als Sensation gefeiert wird
© 2017 - Bürgerinitiative Klein Leuthen bewahren
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